"Die bürgerliche #Kleinfamilie, die angeblich so natürlich und universal ist, ist eigentlich eine #Erfindung des 19. Jahrhunderts", sagt Susanne Lüdemann. Im Rahmen des #Graduiertenkollegs "family matters" untersucht die Literaturwissenschaftlerin mit ihrem Team, wie sich die Darstellung von #Familie über die Jahrhunderte hin in #Medien und #Literatur entwickelt hat. Mehr dazu im Video! #Literaturwissenschaft #LMU #Forschung
Ich verbinde die Emanzipation des Bürgertums mit dem Ende des 18./ Beginn des 19.Jh. Vorher hätte ich auch nur wenige Werke erwartet, die sich mit der Lebenswelt und dem Selbstverständnis dieser sozialen Gruppe auseinandersetzen. Positive Besetzung und Rollenvorbild setzt diese Emanzipation in der Gesellschaft voraus - das hängt sicher auch mit dem zahlenden Auftraggeber oder der zahlungskräftigen Nachfrage zusammen. Und der Zeit und Bildung zum Lesen. Schillers "Glocke", mit seiner Darstellung der fleißigen Hausfrau, die "lehret die Mädchen und wehret den Knaben" soll im adeligen Salon der Bettina von Arnim nicht gerade positiv aufgenommen worden sein. Aber Schiller scheint da bereits feste Vorstellungen der bürgerlichen Familie gehabt zu haben. Daher hege ich so meine Zweifel, ob ein Johann Sebastian Bach seine vielen Kinder nicht schon früher "bürgerlich" erzogen hat, auch wenn die literarische Ausschlachtung erst mehr als hundert Jahre später erfolgte.
Nationalsozialisten, Stalinisten, Maoisten – die Zerschlagung, Entwertung, Relativierung der "bürgerlichen Familie" stand immer ganz oben auf der Liste der Prioritäten nahezu aller Faschisten / Totalitaristen. Linksextrem, rechtsextrem, egal.
Aufschlussreich - gutes Gelingen weiterhin.
sehr interessant
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10moDr. Anna Axtner-Borsutzky 😁